Führungspersönlichkeit

Führungskraft oder Führungspersönlichkeit – Was bist Du?

Die Frauen, die zu mir ins Coaching kommen, nenne ich Führungsfrauen: Sie sind Frauen, die mit Persönlichkeit, Herz und Verstand führen. Ich könnte sie natürlich auch Führungskraft nennen, doch das entspricht nicht meiner Definition von Führung. Denn das hieße ja: Führen mit Kraft, ohne Persönlichkeit. Und dass es das in den Unternehmensleitungen perspektivisch nicht mehr gibt – dafür kämpfe ich täglich, dafür setze ich mich unermüdlich ein!

Mir als neurosystemischer Coach und Wegbegleiterin für eben diese Frauen in Leitungs- und Managementfunktionen von Organisationen oder Unternehmen, ist es enorm wichtig, diesen Unterschied zu machen. Schon das andere wording – ohne das aufgeladene KRAFT – führt bei meinen Führungsfrauen zu sofortiger Entspannung. Der Begriff Kraft an sich ist nicht negativ. Im Gegenteil: Es ist ein sehr starker und oft motivierender Begriff, aber im Führungskontext ist er aus meiner Sicht absolut unangebracht.

Führungskraft oder Führungspersönlichkeit? Ein himmelweiter Unterschied!

Führt jemand mit Kraft, ist dies den Mitarbeitern und auch dem Führenden anzumerken. Dazu braucht es kein Psychologiestudium oder paranormale Fähigkeiten. Mitarbeiter und Teams verhalten sich entsprechend. Körpersprache und Mimik sprechen Bände und es gibt kaum eine Verbindung zwischen Führungsperson und Team: keine Empathie, kaum ein offenes Ohr. Führungskräfte schauen meist nur nach oben zum allerobersten Boss und tun alles, um die von oben aufgetragenen Ziele zu erfüllen.

Vor allem in Stresssituationen übernehmen unser Unterbewusstsein und unser Automatismus das Kommando. Schließlich will das Gehirn nur unser Bestes: Unser Überleben. Und das funktioniert ganz wunderbar durch Anpassung. Ergo ducken sich Mitarbeiter, trauen sich selten, Missstände anzusprechen und kommen aufgrund der angespannten Situation nicht auf die Idee, sich selbst zu verwirklichen in ihrem Beruf. Doch das ist fatal: Denn die Mitarbeiter sind der Motor eines jeden Unternehmens! Dieser Motor muss geölt und gepflegt werden.

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Führungskräfte führen mit Kraft

Ich war lange genug in großen Unternehmen und Organisationen, um dies zu sehen und vor allem auch zu spüren. Betrete ich als Coach ein Unternehmen und lerne die Chefin oder den Chef und das Team kennen, spüre ich förmlich, ob hier kraftvoll oder mit Persönlichkeit geführt wird.

Führung ist nicht schlecht, sondern notwendig

Führung ist ein großes, für manche Menschen sehr bedrohliches Wort. Das muss es eigentlich nicht, wenn beide Seiten der Medaille betrachtet werden.

Führung bezeichnet im Allgemeinen die psychologische und soziale Fähigkeit einer Person im Umgang mit Menschen.
Gabler Wirtschaftslexikon

 

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Führungspersönlichkeiten führen mit Herz

Das hört sich doch gar nicht so verkehrt an. Wir Menschen sind soziale Wesen, die in Gruppen, Strukturen und Systemen leben. Es braucht immer jemanden, der Führung übernimmt. So wurde früher unser Überleben gesichert. In Unternehmen braucht es Führungsmenschen, die im Sinne oder Auftrag der Firma bestimmte Ziele erfüllen. Auch hier geht es um das Überleben – in diesem Falle um das wirtschaftliche Überleben am Markt.

Führungsmenschen haben gewisse Persönlichkeitseigenschaften, die sie von Menschen, die kein Interesse an Führung haben, wesentlich unterscheiden.

Welche Eigenschaften haben FührungsPERSÖNLICHKEITEN?
  • In allererster Linie ist das Empathie als herausragende Fähigkeit, sich in Menschen hineinversetzen zu können. Empathie ist für mich die Königin der Sozialkompetenzen von Führungspersonen. Denn sie ermöglicht den für den Unternehmenserfolg so wichtigen Perspektivwechsel.
  • Nachts-im-Museum5-e1514360259744 Führungskraft oder Führungspersönlichkeit - Was bist Du?

    Führungspersönlichkeiten sind eng am Team

    Führungspersönlichkeiten haben eigene Werte und Moralvorstellungen. Sie lassen sich nicht vom obersten Management klein machen oder in eine Box zwängen. Sie stehen ein für ihre Werte und im Zweifel kämpfen sie dafür. Werte können beispielsweise sein: Fairness, Loyalität, Ehrlichkeit, Offenheit…

  • Führungspersönlichkeiten glauben und denken an das große gesellschaftliche Ganze. Sie denken an ihre Mitarbeiter und daran, Ziele gemeinsam zu erreichen und Erfolge im Team zu feiern.
  • „Du bist wichtig!“ Dieses Signal ist entscheidend für die Anliegen von Mitarbeitern, die normalerweise stets im Bezug der Aufgaben stehen. Fühlt sich der Mitarbeiter von seinem Chef verstanden und hat er das Gefühl, dass sein Anliegen ernst genommen wird, ist er loyal und motiviert. Schließlich sind es Menschen mit unterschiedlichen Werten und Leben, die alle in einem Boot sitzen.
  • Eine gute Führungspersönlichkeit kann loslassen und gibt den Mitarbeitern eigene Entscheidungsspielräume und Freiheiten. Dies setzt Vertrauen frei und eine stärkere Loyalität zur Chefin oder zum Chef.
  • Führungspersönlichkeiten dienen nicht nur dem Unternehmen, sondern auch ihren Mitarbeitern. Nicht unterwürfig, sondern menschlich und intuitiv. Schlüsselfragen sind beispielsweise: Wie kann ich Dich bei der Aufgabe unterstützen, dass wir das uns gesteckte Ziel erreichen? Was brauchst Du von mir? Wer aus dem Unternehmen könnte den Weg zur Zielerreichung verkürzen?

 

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Führungspersönlichkeiten fordern und fördern

  • Führungspersönlichkeiten sind authentisch und damit Vorbilder für ihre Mitarbeiter und für andere Führungsmenschen. Schon dadurch, dass sie nach den o.g. Punkten führen und so sind, wie sie sind.
  • Eine gute Führungspersönlichkeit ist ein Diamantschleifer: Sie sieht das Potenzial ihrer Mitarbeiter und fördert es entsprechend. Ohne Quotenregeleung oder Vorgaben von oben.
  • Führungspersönlichkeiten arbeiten ständig selbst an sich und ihrer Persönlichkeit. Sie besuchen Seminare und Leadership-Coachings, um on track zu bleiben und den sich ändernden Marktsituationen gerecht zu werden.
  • Führungspersönlichkeiten sind mutig und unkonventionell. Sie haben eigene Lebensziele und Träume, die sie als Leader verwirklichen. Sie folgen nicht stur der Unternehmenskultur, sondern bringen sich mit eigenen Ideen und Wertvorstellungen ein.
  • Führungspersönlichkeiten ziehen andere Führungspersönlichkeiten an. Sie entdecken junge Talente und fördern sie entsprechend. Sie promoten diese und bringen sie mit Menschen zusammen, die Einfluss haben.
  • Führungspersönlichkeiten haben natürlich auch fachliches Knowhow. Im Zweifel wissen sie, an wen sie sich wenden müssen. Sie geben ehrlich zu, wenn sie grad mal nicht weiter wissen.
  • Führungspersönlichkeiten sind in der Lage, unangenehme, aber notwendige Mitarbeitergespräche zu führen. Im Zweifel müssen Mitarbeiter durch andere Menschen ersetzt werden. Vor solchen Gesprächen scheut sich die Führungspersönlichkeit nicht, kann jedoch aufgrund ihrer Persönlichkeit auch solche Gespräche respektvoll führen.
  • Führungspersönlichkeiten müssen auch Ziele erfüllen. Sie tun es sehr fokussiert, bestimmt und am Ende haben sie den Hut dafür auf. Sie gehen Kompromisse nur dort ein, wo es angebracht ist. Der große Unterschied zu Führungskräften jedoch ist das WIE: Der Ton macht bekanntlich die Musik.
  • Führungspersönlichkeiten haben einen ganz eigenen Führungsstil. Sie machen nicht nach, sondern führen, wie sie es sich vorstellen und für richtig halten.

Und nun kommst Du. Gehe in Dich und frage Dich:

Welche Art Führungsstil pflege ich oder möchte ich pflegen?

Passt Führung - ob Führungskraft oder Führungspersönlichkeit - überhaupt zu mir?

Führe ich eher mit Kraft und fühle mich damit unwohl und überfordert, weil das nicht ICH bin?

Führe ich mit Herz und gehe auf in meiner Führungsrolle, weil ich damit angenommen, respektiert und meine Mitarbeiter motivieren kann?

Diese und noch viele weitere Fragen sind essentiell. Die Antworten darauf zeigen Dir, ob Du die Führungsfrau bist, die Du wirklich sein willst und die Du schon bist.

Sei ehrlich zu Dir!!

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