Coach sein ist wie Yoga

Mein inneres Team – Der Kampf um Zuversicht

Ich bin seit knapp einer Woche aus dem Urlaub zurück und kämpfe gerade etwas mit meiner Zuversicht – oder nein, es ist eher eine konstruktive Auseinandersetzung mit meinen seltsam hilfreichen Mitbewohnern, meinem inneren Team. Manche sagen dazu vielleicht Engelchen und Teufelchen, die jeweils auf rechter und linker Schulter sitzen und sich gegenseitig das Leben schwer machen. Für mich ist es mehr – es sind meine Begleiter, meine Gefühle, meine Wegweiser, meine schärfsten Kritiker. Und ich? Ich sitze dazwischen, schaue und höre ihnen zu und habe am Ende das letzte Wort, die Entscheidungsmacht über das, was ich fühle und tue.

Das innere Team

Ich habe diesen Passus des inneren Teams aufgegriffen von dem bekannten Kommunikationswissenschaftler und Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Seine Theorien und Arbeiten inspirieren mich und meine Kommunikationsarbeit. Für mich machen seine Kommunikationsmodelle sehr viel Sinn und bieten einen Orientierungspunkt. So auch das innere Team, das ich in abgewandelter Form in der Arbeit mit meinen Coachees und Klienten anwende.

Schulz von Thun sagt richtigerweise: Du bist ein guter Kommunikator, wenn Du fähig bist, in Dich hineinzuschauen. Das finde ich logisch, denn es sind NICHT die anderen, an denen sich der Kommunikationserfolg bemisst – Du bist es, der den Erfolg oder Misserfolg der Kommunikation mit Deinem Gegenüber zu einem großen Teil in der Hand hat.

Warum ich dieses Thema aufgreife? Weil es wichtig ist und mich immer wieder beschäftigt, mich in meinem Alltag begleitet. Vor allem in Zeiten der Unsicherheit oder der fehlenden Zuversicht. Es ist ein logisches Erklärungsmodell. Denn wir sind nicht nur einer, wir sind viele.

Un-Zuversicht

So bin ich also zurück aus knapp drei Wochen Karibikurlaub und habe dieses komische Gefühl der Un-Zuversicht. Es ist ein seltenes Gefühl, aber es ist da. Vermutlich liegt es am Urlaub. Böse Zungen behaupten ja, dass Urlaub gar nicht sooo gut ist. Ich hatte mir viel vorgenommen: Wollte schreiben, konkrete Konzepte erarbeiten für meine Women´s Comms Academy, für meine in 2018 startende Webinarreihe und ich wollte mir vor allem Gedanken über meine beiden parallel laufenden Arbeitswelten machen. Was habe ich getan? NICHTS von alldem! Und das sollte so sein. Das ist gut so und dahinter stehe ich auch. Dennoch: Nun bin ich zurück und muss mich mit meinen inneren Gefährten auseinandersetzen, die mir einerseits Vorwürfe machen, warum ich nicht weiter gekommen bin. Und die mir andererseits Mut machen, indem sie mich darin bestärken, die Dinge sacken zu lassen.

Beide Lager haben ihre Berechtigung. Eine starke Anziehung jedoch hat das Team des „Dinge sacken lassens“. Schließlich bin ich ziemlich ausgebrannt in den Urlaub gefahren, denn das Jahr war heftig. Es war geprägt von krassen Entscheidungen, von Auf und Abs, von Unsicherheiten, Freuden, Schmerz. Vor allem aber von Zuversicht, Klarheit und Aufwind.

Du kennst das bestimmt auch: Wenn Du etwas mit Leidenschaft betreibst, gibst Du Gas, hängst Dich rein, gönnst Dir keine Pause. Hast Du dann mal eine Pause, ist es schwer, wieder reinzukommen.

Bereite Deine Auszeit vor und die Dinge kommen zu Dir

Geht es Dir manchmal ähnlich, kann ich Dich nur darin ermutigen, Deinem stärksten inneren Teammitglied, Deinem stärksten Gefühl, zu folgen. Auch wenn es sich komisch und ungewiss anfühlt. Ich habe mich drauf eingelassen und bin froh. Auch wenn ich diese Un-Zuversicht momentan fühle, heißt das nicht, dass ich betrübt bin oder alles in Frage stelle. Im Gegenteil! Ich sehe dieses neue Gefühl als Antrieb und wichtige Erfahrung – es gibt und gab nämlich keinen Grund, zu hadern:

  • Zuversicht-225x300 Mein inneres Team - Der Kampf um Zuversicht

    Zuversicht. Es geht immer bergauf.

    Ich habe vor dem Urlaub sehr gewissenhaft mein Online-Geschäft vorbereitet und geplant. Das ist wichtig! Denn nur so hast Du ein wirklich gutes Gefühl und eine perfekte Einstellung, um nicht mit Dir zu hadern. Unterwegs kein WiFi? So what! Ist nicht schlimm. Keine Schreiblust? Na und! Ich hatte alles vorbereitet, die Beiträge liefen. Es gab also wirklich keine Notwendigkeit, zu ackern. Diese Vorbeitungen und diese Beruhigung im Vorfeld sind wichtig für Deine Erholung.

  • Ich konnte so den Urlaub wie selten zuvor in vollsten Zügen genießen. Ich war im Hier und Jetzt – nicht bei meinen Projekten, nicht bei der Arbeit, nicht in der Heimat. Ich war präsent, da und knallwach. Schon dafür lohnt es sich, mal komplett loszulassen und dem inneren Freund zu vertrauen.
  • Als ich wieder da war, hatte ich mehrere Anfragen – ohne im Urlaub aktiv gewesen zu sein! Das ist ein großartiges Gefühl und bestärkt mich in diesem Weg.
  • Und zum Schluss: Überlege in unterschiedlichen herausfordernden Situationen Deines Berufs- oder Privatlebens, wer Dir im Innern Zuspruch oder Konter gibt. Wer sind Kritiker, wer sind Unterstützer? Und warum? Diese Gedanken und aufkommenden Gefühle sind Dein inneres Team, dem Du gern auch Namen und Bilder zuordnen darfst. Sie wollen Dir eigentlich nur Gutes.

Ergo: Nimm Dein Business ernst, acker wie Du es für richtig hältst. Und dann – gönne Dir unbedingt regelmäßige Auszeiten! Die Zuversicht ist nämlich nicht verschwunden, sie ist da. Voll da! Nur das Gefühl war mir neu, ich habe dem nicht so getraut. Ich fühlte mich einige Tage etwas verloren, war nervös. Wusste nicht recht, wo ich anfangen sollte. Aber nun ist sie wieder da! Dank meines inneren Kumpels, dem ich zum Glück vertraut habe.

Das innere Team ist eine sehr spannende Methode, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und um Dinge zu verstehen. Für mich ist es noch weit mehr: Ich gehe mit diesem Modell sehr viel wohlwollender mit mir um. Ich kommuniziere mit mir und meinem Inneren. Das  ist schön und zeigt mir, dass wir Menschen aus vielen Facetten bestehen und jede einzelne gehört werden muss.

 

 

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