Deine Psyche in meinen Händen

So führst Du ein respektvolles Kritikgespräch: Drei Tipps für einen wertschätzenden Umgang miteinander

Heute möchte ich mit euch ein sehr sensibles Thema teilen – es geht um Kritik und die Fähigkeit, mit ihr umzugehen. Ich selbst stoße diesbezüglich hin und wieder an meine Grenzen – vor allem im privaten Bereich. Es geht immer um die große Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ich habe versucht, diese Diskrepanz zu verstehen und bin zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen.

Du bist überhaupt nicht kritikfähig!

Wie oft hast Du diesen Satz schon gehört? Auch wenn ich Dich vielleicht nicht persönlich kenne, behaupte ich: Unzählige Male! Auch ich kann ein Lied davon singen. Will ich das hören? Natürlich nicht. Aber wir kommen nicht drumherum, uns hin und wieder der Kritik von außen auszusetzen. Mittlerweile kann ich ganz gut damit umgehen – zumindest in den meisten Fällen, nicht immer 😉

Offensichtlich wächst der Mensch tatsächlich mit seinen Umwelten, oder an seinen Umwelten. Dass viele mit dem Vorwurf der Kritikunfähigkeit nicht umgehen können, ist verständlich und hat aus meiner Sicht viel mit Selbst- und Fremdwahrnehmung zu tun: Natürlich bin ich selbst fest davon überzeugt, dass ich toootal gut mit Kritik umgehen kann. Und natürlich ist meine Meinung nicht die schlechteste… Aber meine Mitmenschen sehen das vielleicht anders?!

Echt jetzt, soo einfach ist es?

Kritik ist wichtig! Es ist eine Art Justierung meiner eigenen Realität – soviel zum Thema Selbstwahrnehmung. Denn ich bin ja schließlich der Meinung, dass ich richtig handle. Jaaa, in meiner Welt! Und das ist das Faszinierende: Wir leben in einer konstruktivistischen Welt. Was das heißt? Jeder Mensch hat einen anderen Erfahrungsschatz, wurde unterschiedlich sozialisiert, hat eigene und andere Wertvorstellungen und so weiter. Daraus bildet er seine Realität, sein Wissen, seine Meinungen, die niemals mit denen anderer Menschen übereinstimmen. Jeder konstruiert quasi sein eigenes Wissen und seinen eigenen Blick auf die Welt.

Und hiermit beende ich den kleinen Ausflug in die Theorie (wer mehr darüber erfahren möchte, darf mich gern kontaktieren). Viel spannender ist ja, wie wir damit umgehen – mit der Kritik der anderen an uns und mit der Kritik, die wir an und über andere äußern.

Der Schlüssel eines vernünftigen Umgangs miteinander ist – tadaaaaa – Kommunikation! Wer hätte DAS gedacht. Alles im Leben steht und fällt mit Kommunikation und ich werde niemals müde werden, dies in die Welt zu tragen! Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder alles sagen kann. Du darfst auch heftige Kritik äußern, Dich mit Deinem Gegenüber streiten, anschreien.

Doch bedenke immer Folgendes dabei: Der Ton und die Art, wie ihr miteinander umgeht, bestimmen den Erfolg des Kritikgesprächs und im Zweifel über den weiteren Verlauf eurer Beziehung zueinander.

Ich möchte Dir einige Tipps mit auf Deinen Weg gehen, mit denen Du auch bei einem Kritik- und Streitgespräch keine verbrannte Erde hinterlassen wirst. Schau doch mal, ob sie in Deine Welt passen:

Drei Tipps für ein erfolgreiches Kritikgespräch

Verliere NIEMALS den Respekt für die Person, die Du kritisierst oder von der Du kritisiert wirst!

Du hast überhaupt nicht das geringste Recht, über die Meinungen und Einstellungen dieser Person zu urteilen. Wer bestimmt denn, was richtig oder falsch ist? Weder Du noch Dein Gegenüber. Woher willst Du wirklich wissen, warum die Person so oder so handelt? Also: Respektiere, dass Du niemals die Beweggründe anderer Menschen wissen und verstehen kannst. Bedenke dies bei Deinem Umgang mit der Person und frage Dich, wie Du selbst behandelt werden möchtest.

Höre zu und quatsch nicht ständig dazwischen.

Ganz egal, ob Du selbst kritisierst oder kritisiert wirst: Es ist so enorm wichtig, dass Du Dir die Argumente wirklich anhörst und versuchst, Dich in die Lage Deines Gegenübers zu versetzen. Auch wenn es verdammt schwer fällt und Du schon kochst vor Wut. Vielleicht zählst Du “21, 22, 23” oder atmest einige Male tief durch (ich versichere Dir aus eigener Erfahrung: Atmen hilft immer!). Völlig wurscht, wie Deine Strategie aussieht: Zolle den oben beschriebenen Respekt, indem Du Dir alles anhörst – möglichst gelassen (“21, 22, 23”). Denn auch Du möchtest doch respektiert werden, oder?

Erlaube Dir das Wort und nimm Dir den Raum.

Sobald Dein Gegenüber fertig ist und ausgeredet hat, wirst Du merken, dass sie oder er entspannter ist. Das liegt eben daran,  DASS Du zugehört und ihr oder ihm den nötigen Raum gegeben hast. Hinzu kommt, dass das Gefühlte nun raus ist und aufm Tisch liegt. Nun darfst DU Dir den Raum nehmen und um Deine Redezeit bitten. Sollte Dein Streit- oder Kritikpartner dazwischen reden wollen oder ist er noch immer aufgeregt, zähle “21, 22, 23” und bitte um den Respekt, den Du hast walten lassen.

Letztlich geht es um Wertschätzung als Dreh- und Angelpunkt.

Meine Verantwortung als Coach

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Als Coach die eigene Welt verlassen.

Seitdem ich selbst Coach bin, lebe ich diese Einstellung ganz bewusst. Im Berufsleben fällt mir das Annehmen von Kritik nämlich überhaupt nicht schwer! Im Gegenteil – daran wachse ich, so lerne ich. Meine Aufgabe als Kommunikationscoach ist es, meinen Klientinnen, meinen Führungsfrauen, ihre Welt zu lassen. Meine Pflicht ist es, diese Welt zu akzeptieren und sie als gegeben hinzunehmen. Es sind nicht meine Herausforderungen, an denen meine Klienten arbeiten, sondern es sind ihre. Und diese Distanz, diese Verantwortung, muss ich verdammt ernst nehmen. Das ist eine enorme Verantwortung, die mir in meiner Arbeit mit Menschen immer wieder bewusst wird: Meine Welt ist nicht Deine Welt.

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