Mein Leben als Coach

Mein Leben als Coach # 5 – Nützliche Ecken und Kanten

Mein Leben als Coach ist meine Blogserie, in der ich Dir monatlich die vielen Facetten des Coachings näherbringe. Ich möchte Dich teilhaben lassen an meiner Arbeit als Führungspersönlichkeits-Entwicklerin und Kommunikationscoach für Frauen und entführe Dich in eine enorm spannende Welt.

Der Beruf des Coaches ist nicht geschützt und bedarf der Erklärung. Das mögen manche Coachingkollegen vielleicht anders sehen – für mich ist es eine Pflicht, den Vorhang zu heben und Dich hinter die Kulissen meiner Arbeit als Coach schauen zu lassen. Schließlich gibt es den Luxus eines Führungspersönlichkeits-Coachings nicht umsonst und meine “Führungsfrauen” sollen sich mit ihrer Entscheidung, mich als ihre Wegbegleiterin zu engagieren, rundum wohl und richtig fühlen. Die Katze im Sack kauft niemand gern. In dieser Folge geht es um meine Grenzen als Coach.

Ecken, Kanten, Schwächen und Zweifel

Ich gebe es ungern zu oder gestehe es mir ein. Aber ja – es ist definitiv so und es ist nun mal fakt: Ich stoße manchmal aufgrund meiner Ecken und Kanten an meine Grenzen, schalte den „Ich weiß gerade nicht weiter“-Modus ein und kriege Schnappatmung. Dann fange ich an zu zweifeln. Dort verweile ich zum Glück nicht (mehr) lange. Denn ich habe gelernt, diese kantigen Persönlichkeitsmerkmale zu akzeptieren und sie sogar ins Positive umzuwandeln. Die Erkenntnis hat sich eingebrannt: Grenzen sind ganz natürlich und überhaupt nicht bedrohlich.

Im Gegenteil: Sie motivieren mich, in meinem Beruf immer das Beste für meine Führungsfrauen zu geben. Denn ich habe viel Verantwortung. Die Frauen lassen bei mir im übertragenen Sinne ihre „Hosen“ runter. Sie sprechen über schwierige Phasen, Selbstzweifel, Ängste, Hürden und nicht selten darüber, das Handtuch zu werfen.

Und dann komm ich. Vertrauensvoll wenden sich die Führungsfrauen an mich als ihre Begleiterin, Unterstützerin, ihren Fels in der Brandung. In diesen sehr intimen Momenten brauchen sie mich und meinen anderen, neutralen Blick. Den geschlossenen und sicheren Raum, in dem meine eigenen Baustellen, Zweifel und Sorgen absolut keinen Platz haben. Sie bleiben einfach vor der Türe – ganz selbstverständlich und ohne Wenn und Aber.

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Ecken und Kanten haben ihren Platz nur dort, wo sie hingehören (Foto: Gesine Born Fotografie)

 

Ich habe sie also lieb gewonnen, meine Ecken und Kanten. Sie nerven mich zwar privat, sind mir aber ein sinnvoller Begleiter in meinem Beruf als Coach.

Warum?

Weil ich mich so in die Herausforderungen von Frauen mit verantwortlichen Positionen hineinversetzen kann - auch ich habe Verantwortung.

Weil ich den Führungsfrauen in solchen Momenten nahe bin, sehr nahe.

Weil auch ich ständig an mir arbeite, um mir meiner großen Verantwortung gegenüber Führungsfrauen gerecht sein zu können.

Deine vermeintlichen Schwächen machen Dich stark

Das Schöne ist – und das ist auch das, was mich jeden Tag in meiner Leidenschaft als Coach und Führungs-Ich-Entwicklerin begleitet:

Ich weiß ganz genau, was ich KANN, was ich WILL, worin ich NICHT GUT bin und WAS mir im Wege steht.

Und das noch Schönere ist: Diese Dinge sind nur menschlich und haben nichts mit meinem Beruf als Führungsfrauen-Coach zu tun. Sie setzen viel früher an. Am Kern dessen, was ich bin. Ohne diese Eigenschaften wäre ich nämlich nicht das, was ich heute bin.

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Ich mag meine Ecken und Kanten (Foto: Gesine Born Fotografie)

 

Willst Du wissen, worin ich gar nicht gut bin? Ich denke, das ist interessanter als das, worin ich gut bin. Du wirst erstaunt sein, wie banal das alles ist und wie bekannt Dir das eine oder andere vielleicht vorkommen mag.

Ich bin verdammt ungeduldig!

Diese Ungeduld steht mir oft im Weg, wenn ich strategisch arbeite. Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön. Dadurch, dass mir diese Eigenschaft bewusst ist, habe ich gelernt, damit umzugehen.

Was ich dagegen tue?
  • Ich nehme Distanz ein und frage mich, warum ich es nicht erwarten kann und wo die Ursache meiner Ungeduld liegt.
  • Ich priorisiere: Was ist am Wichtigsten, um mein Ziel zu erreichen? Was kann warten?
  • Ich erarbeite so Meilensteine auf dem Weg zum großen Ziel. Ein Marathon läuft sich schließlich auch nicht von heute auf morgen.

Meine Standardbeobachtung in diesem Falle ist: Es gibt in 99 Prozent der Fälle nicht einen Grund, so unentspannt ungeduldig zu sein. Heilsam, oder?

Ich tue mich schwer mit ganz konkreten Entscheidungen.

Nicht, weil ich mich nicht entscheiden kann. Es ist viel schlimmer: Ich will alles! Die Welt ist einfach zu schön und facettenreich – warum sollen wir uns da immer entscheiden müssen? Diese Flut an Möglichkeiten, Informationen überfordert mich jedoch oft. Ich sammle Newsletter wie manche Frauen Schuhe. Lese ich sie ALLE? Nö, nur die, die ich wirklich interessant finde und die mir nützlich sind. Aber ich könnte ja alle lesen, wenn ich wollte. Und wenn ich über ein Thema recherchiere sind sie durchaus hilfreich. Also ist das auch gar nicht so schlimm.

Was tue ich dagegen?
  • Distanz zu mir selbst einnehmen und aus der Vogelperspektive auf mein Ziel und meine Meilensteine schauen: Was genau brauche ich NICHT, um auf dem Weg zu bleiben?

Ich verliere manchmal meinen Fokus.

Das ist etwas, was mich wirklich nervt. Als Unternehmerin habe ich große Ziele, die ich sehr gewillt bin, zu erfüllen. Da ist Fokus das A und O! Doch tue ich mich ob der oben genannten vielen Möglichkeiten auf dieser Welt manchmal schwer. Mich interessieren einfach so viele Dinge, die auch für mein Unternehmen interessant sind.

Was tue ich dagegen?
  • Offen sein für all diese schönen Dinge und abwägen, welche davon zur Weiterentwicklung meines Unternehmens beitragen könnten.
  • Täglich meditieren, um on track zu bleiben.
  • Jeden Tag ein oder zwei Seiten schreiben, um meine Gedanken und Gefühle einfach rauszulassen. Ohne Struktur, ohne System. Im Fachjargon heißt dieses Prozedere Journaling. Sehr effektiv, um zudem positiv zu bleiben.
  • Am Ende der Woche eine Wochenplanung erstellen und diese in meinem offline Kalender in Tagesziele herunterbrechen.
  • Systematische Projektplanung für meine anstehenden Projekte und Aufgaben. Das tue ich mit asana

Ich bin manchmal echt schnell - zuu schnell: im Denken, im Machen und Tun, im Gehen, im Essen, im Schreiben....

Oft überlege ich, ob das wirklich etwas ist, was mich hindert. Ich denke, beides ist der Fall.

Hinderlich ist es, wenn

  • ich dadurch den Fokus verliere
  • ich andere in Schwierigkeiten bringe und sie „dränge“ ebenso schnell zu sein, wie ich
  • ich dadurch dumme Fehler mache
  • meinen Partner und Freunde hetze
  • ich auf des Lebens Überholspur bin

Hilfreich ist es, wenn

  • ich dadurch angetrieben und motiviert bin
  • es mich daran erinnert, diszipliniert zu bleiben
  • ich dadurch wirklich viel schaffe
  • andere ansporne, ihre Ziele zu verfolgen

Dir Moral von der G´schicht

Jeder hat seine Ecken und Kanten und das ist gut so!

Steh dazu und nutze sie für Dich und Deinen Erfolg. Sie sind Deine Stärken, die Dich dahin bringen, wo Du hin möchtest und die Dich ausmachen.

Wichtig ist dabei nur, dass Du Dir dessen bewusst bist und Du sehr achtsam mit ihnen und mit Dir umgehst.

Vergiss nicht: Du bist einzigartig und etwas sehr Besonderes. Zeige Dich in Deiner Individualität und Deinem Sein!

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