Nonverbale Kommunikation kann schmerzvoll sein

Raum für Kommunikation # 3 – Nonverbale Schmerzen

Es gibt ihn, diesen Raum für verbale und nonverbale Kommunikation – ein solch hoch interessanter und explosiver Raum ist die Familie. Es ist ein kommunikativer Raum, der dazu einlädt, Dich mit den Menschen auseinanderzusetzen, die Dir am nächsten sind, mit ihnen zu lachen, zu diskutieren, zu streiten und sie zu lieben. 

Längst sind sie vorbei, die zauberhaft schönen Feiertage. Vorbei die Tage, an denen wir alle selig am Kaffeetisch der Familie saßen, lächelnd Kuchen aßen und bei jedem schlechten Witz lachten. Vorbei die schöne Zeit der herzlichen Umarmungen, der tiefen Liebesbekundungen und Freudentränen.

Wie war das bei Dir? Hast DU wirklich aus tiefstem Herzen gelächelt, Dich auf die Family-Quality-Time gefreut? Oder hast Du Dir gesagt: Augen zu und durch? Hast Du voller Liebe die Familienzeit genossen oder war nach drei Tagen schon wieder gut?

Ich hatte mich richtig doll gefreut! Da wir eine sehr große Familie sind, geht es bei uns immer sehr lustig und lebhaft zu. Und wisst ihr was? DAS ist auch der Grund, warum ich nach einem Tag wieder froh bin, in meinen eigenen vier Wänden zu sein. Ich liebe meine Familie, aber irgendwie ist mir das auf Dauer zu viel und zu eng. Mit Nähe habe ich es ja nicht sooo 😉 Außerdem sind wir alle sehr diskussionsfreudig und manchmal nicht kritikfähig und zickig. Ja mei, das kommt in den besten Familien vor, gell?

führungsetage-e1513410420167 Raum für Kommunikation # 3 - Nonverbale Schmerzen

Im Schoß der Familie dürfen Masken fallen

Die Zusammenkunft der Familie ist ein hoch sensibler Raum des intensiven Austauschs. Dort findet extreme Kommunikation in all ihrer Schönheit statt: Alle Facetten der Kommunikation kannst Du dort ausleben, vollends! Denn wer kennt Dich am allerbesten? Deine Familie. Wem ist es völlig wurscht, ob Du gut aussiehst oder Pickel hast? Deiner Familie. Zwischen Dir und Deiner Familie gibt es natürlicherweise keinen Schutzwall. Die Familie IST für viele Menschen der Schutzwall, die warme Decke und der geschlossene Raum, in dem Du Dich ohne Maske bewegen kannst.

Die, die wir am meisten lieben…

Du kennst sicher diesen Spruch: „Denen, die wir am meisten lieben, fügen wir den größten Schmerz zu.“ In verbaler Form, also mit Worten, die ins Herz stechen. Vor allem aber nonverbal – was aus meiner Sicht noch viel schlimmer ist. Nicht umsonst heißt es „…jemandem die kalte Schulter zeigen.“ Das Nonverbale tut so richtig weh! Es macht Dich machtlos und verletzlich.

Warum ist das so?

Unausgesprochenes bedarf der Interpretation.

Jeder Mensch auf dieser Welt hat seine eigene Realität, seine eigene Wahrheit. Sie beruht auf eigene Erfahrungen im Leben. Sie orientieren sich an bereits Erlebtem: ob Liebe, Schmerz, Freude, Trauer, Wut. Alle Empfindungen haben wir abertausende Male erlebt. Dein Gehirn gleicht neue schmerzliche Erfahrungen mit bereits gemachten ab – ob Du willst, oder nicht. Du hast so ziemlich alles schon erlebt, was Du fühlen kannst.

Und dennoch sind die nonverbalen Zeichen immer und immer wieder eine große Herausforderung. Da Dein Gehirn ganz unabhängig von „Dir“ arbeitet (es ist faul und so bequem wie möglich), denkst Du natürlich, dass die Erfahrung, die Du gerade machst, neu ist. Du denkst: „Oh Mann! Warum ist sie oder er immer so kalt und distanziert zu mir? Ahh, ich weiß. Das liegt sicher an dem, was ich letztens mal gesagt habe. Sie oder er denkt doch, dass ich immer noch sauer bin.“

Klingt logisch? Ja, klar. Aber WOHER willst Du wirklich wissen, was der andere denkt und fühlt? Sitzt Du in ihrem oder seinen Kopf? Wohl kaum.

Was ich damit sagen will: Du kannst es NICHT wissen. Und genau das macht die nonverbale Kommunikation so schmerzhaft, nervenaufzehrend und schwierig. Du denkst, dass sie oder er denkt, dass…

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Kompliziert: nonverbale Kommunikation

Sobald Du Dich in diese Denkspirale reinziehen lässt, geht Dein Kopfkino an und Du kommst da nur schwer wieder raus.

Befreie Dich aus Deiner Denkspirale

Dieses Denken kommt Dir sicher sehr bekannt vor. Es ist absolut normal – so ticken wir Menschen. Aber es ist unnötige Energieverschwendung. Wie kommst Du daraus?

Bevor Du in Deine negative Denkspirale eintauchst und Energie darauf verschwendest, lass das Nonverbale erstmal sacken - ohne es zu bewerten. Was macht es mit Dir? Warum berührt es Dich so sehr?

Suche nicht nach Ursachen oder Schuld. Wenn Du Dich geordnet hast, lass Worte sprechen. Heißt: Sprich Dein Gegenüber darauf an und frage, wie Du das Dir entgegen gebrachte Verhalten verstehen darfst.

Vermeide unbedingt Schuldzuweisungen! Niemand ist allein schuld an kommunikativen Missständen. In der Realität Deines Gegenübers sitzt vielleicht irgendwas quer, weshalb sie oder er so ist.

Merke Dir eines: Missverständnisse in der Kommunikation haben selten etwas direkt mit DIR zu tun. Die Lösung liegt immer in jedem selbst. In diesem Falle bei demjenigen, der Dich nonverbal ins Herz trifft. Daher ist es umso wichtiger, dies anzusprechen.

Businness as usual

Vor allem im beruflichen Alltag kann ich solche nonverbalen „Spielchen“ sehr häufig beobachten. Hier erfahren leider viele MitarbeiterInnen eine voll ausgeklügelte nonverbale Kommunikation. Dies hat viel mit Macht und Hierarchie zu tun. Doch das ist fatal und für den Unternehmenserfolg nicht förderlich. Denn jede(r) Vorgesetzte sollte seine MitarbeiterInnen wie das höchste Gut eines Unternehmens behandeln: Sie sind der Motor des Erfolgs.

Coming soon: Tatort 4 – Interkulturelle Kommunikation

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