So führst Du Dich selbst in unsicheren Zeiten

Während der C-Krise und des weltweiten Lockdowns wurde ich 43 Jahre alt. Ein Dienstag im April. Strahlender Sonnenschein, ein Gläschen Sekt am Morgen. Normalerweise nehme ich diesen Tag frei – nur für mich und meine Mädels. Doch dieses Jahr war alles anders, natürlich. Keine Zeit und keine Ruhe, Geburtstag zu feiern. Nach dem Gläschen ging es weiter. Gnadenlos. Wie in den Wochen davor bin ich auch an diesem Tag eine Getriebene. Eine Macherin mit Passion, energiegeladen und glücklich – ready to take off. Feeling good… Wirklich?

Mein Glaubenssatz:

Wenn ich jetzt nicht mache, mache, mache stirbt mein Business und mit ihm meine Leidenschaft, meine Berufung, meine Visionen, Träume und Ziele. Meine Zukunft.

Was´n Quatsch – eigentlich. Dennoch ertappe ich mich dabei, genau dem zu folgen: meinem Monkey Mind namens Anita, der kleinen Teufelin. Sie könnte ja recht haben… Anita ist mein innerer Wirbelwind, den ich immer wieder hinterfragen muss. Denn Anita ist schlau, sie weiß, wie sie mich kriegt (übrigens ist der Name frei erfunden und mit keiner Person meines Lebens assoziiert).

GEBEN SCHWINGT ZURÜCK

Machen, kreieren, Menschen unterstützen und mit wertvollem Inhalt versorgen, sie auf ihrem beruflichen und persönlichen Weg begleiten, geben, geben, geben. Aber auch Ergebnisse einfahren, busy, erfolgreich und mit allem erfüllt sein. All the time. DAS ist Anita und dafür liebe ich sie. Sie ist mein Dilemma und mein großes Glück! Das Leben findet in Paradoxien statt. Nur so können wir wachsen.

Ich gehe gern über meine Grenzen und bewege mich außerhalb meiner Komfortzone. Meine Aufgaben können gar nicht groß genug sein. Sie motivieren und fordern mich. Darüber vergesse ich regelmäßig, auf meine Bedürfnisse zu achten. Welcome – this is me! Komfortzone? Not my place.

SCHAFFENSKRAFT

Zu Beginn der C-Krise vor nunmehr 8 Wochen, musste ich mich erst einmal sortieren. Gnadenlos brach ein Auftrag nach dem anderen weg. Wie für zahlreiche meiner Kolleg*innen fühlte sich das ganz kurz an wie das Ende der Welt. Doch wie heißt es so schön: Krone richten und weiter geht’s.

Da ich ein Kind der Sonne bin, rappelte ich mich schnell wieder auf und überlegte, WAS ich nun konkret tun kann. Zurücklehnen und in Selbstmitleid schwelgen waren natürlich keine Alternative. Im Gegenteil: Meine innere Stimme, Anita, gab den Takt vor und ich gab noch mehr Gas. Aktionismus und positive Energie durchströmten mich. Unsichtbare Energie, die mich enorm in den Bann zog. Ich wusste wochenlang gar nicht wohin mit meiner mentalen Kraft. Dieses Momentum wollte genutzt werden und so verfiel ich der Magie der Schaffenskraft.

Zusammen mit meiner WLOUNGE-Businesspartnerin Mali M Baum haben wir ein Mega-Projekt kreiert und innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt #GNRM20 – Germanys Next Role Model, eine TÄGLICHE Live Show, die Menschen aus aller Welt miteinander vernetzt und Rolemodels sichtbar macht. Jeden Tag während der C-Krisenzeit. Jeden Tag.

Erfüllung pur, denn wir schwingen damit in einem #givingback-Modus. Auch wenn es anfangs für uns beide sehr fordernd war: Ich liebe auch hier wieder die Aktion, das Machen und Wachsen und die Menschen – das ist meine Natur. Kreativität entspringt dem Moment der Dynamik. Und wenn dann noch die richtigen Leute zusammenkommen, vervielfacht sich die Energie. Diese nutzen wir und bauen parallel zu #GNRM20 eine Akademie auf – die W YOU ACADEMY für Frauen in Führung.

Zudem arbeite ich weiter an meiner Positionierung, schreibe an meinem Buch und drehe Videos für meine Female Leaders Community mit wertvollem Inhalt. Mehr als zehn Stunden täglich verbringe ich am Rechner, vernachlässige mein Sport- und Yogaprogramm – ein sicheres Zeichen dafür, dass ich zu viel arbeite, mich zu sehr vom Außen steuern lasse. Doch Obacht: Immer wenn dieses Gefühl hochkommt, bin ich wach und horche wieder verstärkt in mich hinein. Bewegung ist mein Elixier, meine Aufladestation, meine Energiequelle.

Auf der anderen Seite bin ich im Machen und Tun so erfüllt! Das Energielevel bleibt konstant. Das viele Geben, die Dynamik von Beziehungen, die intensiven sozialen Kontakte… All das füllt meine Akkus immer wieder auf. Vorsicht ist dennoch geboten. Achtsamkeit.

Immer regelmäßiger melden sich Körper, Emotionen und mein Kopf.

SO DARF´S NICHT WEITERGEHEN!

stöhnt mein Körper.

DOCH!

rebelliert mein Kopf.

STOPP!

rufen meine Emotionen.

Bei jedem von uns kommt irgendwann der Punkt, wo Ignorieren nicht mehr funktioniert. Auch bei mir. Ich brauche meine Energie, ich muss gesund und hellwach sein – für “meine Frauen”, meine Business-Partner*innen, meine Projekte, für mich und meine Beziehungen. Somit ist es an der Zeit, Inventur zu machen – in mir, mit mir.

WIE GEHT DAS, SELBSTFÜHRUNG?

Schließlich bin ich durch und durch Female Leader, Mindset-Coach und Kommunikationsexpertin. Ich weiß, wie das geht: Sich selbst zu führen und seine Ressourcen richtig einzusetzen. Das gilt sowohl im Modus des Überaktionismus, als auch in der Schockstarre, der Melancholie.

Here we go….

WORAN MERKST DU, DASS DU ETWAS ÄNDERN SOLLTEST?

Wenn Du keine Zeit mehr hast für Dich und das, was Dir gut tut. Und wenn Du Dir nicht mehr die Zeit zum Nachdenken nimmst, um Dir wichtige Fragen zu stellen:

  • Wie geht´s mir eigentlich – körperlich, mental, emotional?
  • Bin ich denn noch on track?
  • Verfolge ich die richtigen Ziele, die ich mir für mein persönliches und berufliches Wachstum gesteckt habe?
  • Wo geht´s nochmal lang?
  • Agiere ich selbstbestimmt oder ferngesteuert?

Wenn Du nur eine dieser Fragen mit einem beklemmenden “Ertappt-Gefühl” oder mit JA beantworten kannst, reflektiere, ob Du Dich selbst angemessen führst.

SO FÜHRE ICH MICH SELBST ALS FEMALE LEADER

“Wer auf den rechten Weg will, muss durchaus durch sich selbst hindurch.”

Wilhelm Busch

Wenn Du in einer Krise steckst, einem Zuviel an Aktionismus verfallen bist oder in Schockstarre verharrst, drücke STOPP und nimm Dir Zeit für Dich. Du kommst nicht drumherum – glaube mir.

Wie Wilhelm Busch korrekt bemerkt: Du.Musst.Da.Durch.

Vielleicht lehnst Du Dich zurück und versuchst es mit meinen Tipps, die in genau dieser Reihenfolge zu verstehen sind.

ATME

  • Schließe die Augen und finde einen Moment der Ruhe.
  • Checke ein in Body > Emotionen > Mind.
  • Wie fühlt sich Dein Körper an?
  • Welche Emotionen stecken in Dir fest und kommen hoch?
  • Was sagt Dein Monkey Mind zu all dem?
  • Nimm all das nur wahr, ohne es zu verurteilen oder ändern zu wollen.
  • Atme.

FRAGE

  • Nutze das Momentum der Ruhe. Suche nicht nach Antworten, sondern stelle Dir Fragen.
  • Fragen verändern den Blick und die Perspektive. Sie regen zum Reflektieren und Nachdenken an.
  • Sie dienen als Wegweiser, was Dich gerade beschäftigt.

STOPPE und HALTE INNE

  • WAS tust Du eigentlich derzeit und WELCHES Ziel verfolgst Du damit (sei es zu viel Aktionismus oder eben zu wenig)?
  • Was sind eigentlich Deine Ziele? Hast Du welche oder irrst Du im Wald umher?
  • WAS treibt Dich an oder lässt Dich in Melancholie verfallen?
  • Zoome in die Helikopter-Sicht und schaue von oben auf Dein Leben, sortiere die Dinge aus Distanz.

REFLEKTIERE Deine Rolle und Deine entsprechenden Aufgaben.

  • WARUM tust Du das, was Du gerade tust oder eben nicht tust?
  • Fühlst Du Dich darin/damit wohl?
  • Bist Du selbst Deine beste Angestellte oder lässt Du Dich antreiben oder gar ausbremsen – von wem auch immer? Selbst- oder ferngesteuert? Passt Du Dich an oder lässt Du es fließen, in Deinem Tempo entsprechend Deiner Persönlichkeit?
  • Ist das nötig? Werden Dinge WIRKLICH von Dir verlangt oder bist Du Deine strengste Chefin in diesen Zeiten?
  • Aus welcher MOTIVATION heraus handelst Du – aus Angst, Freude, Lust?
  • Was erhoffst Du Dir von Deinem Verhalten: mehr Anerkennung, Sichtbarkeit, Respekt? Welche Gefühle stehen dahinter?
  • Reflektiere, was Dich davon abhält, Deine Arbeitsweise, Dein Verhalten, Deine Einstellung, Deine Emotionen entsprechend zu ändern.

AKZEPTIERE Deine Einstellungen, Emotionen, Deinen eingeschlagenen Weg.

  • Verurteile Dich für NICHTS. Nimm es an und sei dankbar, dass Du jetzt die Chance hast, Dich und Deine Arbeitsweise, Dein Leben, Deine Einstellung zu überdenken und zu justieren.
  • Ohne diese Gefühle und die “wirre” Erfahrung würdest Du immer so weitermachen. Und weißt Du was? Wenn es SO wäre, dann wäre es exakt richtig!

KREIERE einen neuen Plan A

  • Das einzige was jetzt zählt, ist Dein nächster Schritt.
  • Welche Möglichkeiten hast Du, wieder on track zu kommen?
  • Was brauchst Du dafür?
  • Horche in Dich hinein.

ATME und LOS GEHT´S

TOUGH TIMES ALS CHANCE

Diese tough times sind für mich eine absolute Bereicherung! Auch wenn die Essenz ganz schön bitter sein kann und ich nicht mit allen Gefühlen einverstanden bin, ist dieser Prozess wichtig. Für meine persönliche Weiterentwicklung, vor allem aber für mein berufliches Wachstum. Eine solche Justierung ist immer mal wieder gut und wichtig.

FÜHRE DICH SO, WIE ES DEINER PERSÖNLICHKEIT ENTSPRICHT

In den vergangenen Wochen ist mir nicht nur die Essenz meiner Persönlichkeit bewusster geworden, sondern auch der Kern meines Erfolgs:

Nur wenn es mir gut geht, kann ich anderen dienen und sie in ihre volle Kraft bringen.

Und was braucht es dafür: KLARHEIT. FOKUS. COMMITMENT. KOMMUNIKATION.

MEINE LEARNINGS IM LOCKDOWN

  1. Ich weiß jetzt viel besser, worin ich stark bin und was mich ausmacht.
  2. Ich kenne meine Motivatoren und meine Inseln, die mich täglich begleiten: Kreativität, private und berufliche Beziehungen, positives Umfeld, Pausen, Sport.
  3. Ich weiß, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht.
  4. Ich weiß, dass ich ein sehr verbindlicher, strukturierter und systemisch denkender Mensch bin und dass andere es nicht sind. Dies zu akzeptieren ist unendlich befreiend – und manchmal schwierig.
  5. Ich lerne viel über commitment, vor allem im Business. Das ist nicht immer angenehm und stellt mein Werte- und Glaubenssystem immer wieder auf den Kopf.
  6. Ich kenne meine Schwachstellen und parke sie wohlwollend in der Einbahnstraße.
  7. Ich weiß, was ich will und was ich nicht mehr will. Basta!
  8. Ich lerne auf das zu hören, was ich will und was ich nicht will.
  9. Mir ist mein persönlicher und beruflicher Lebenszweck wieder sehr präsent.
  10. Ich sehe meine Vision wieder klar vor Augen, werde ruhiger, fokussierter, leichter.
  11. Ich bin und bleibe Schülerin des Lebens.
  12. Ich bringe andere Frauen in ihre Kraft – mit meiner ganzen weiblichen Persönlichkeit.

Wie kommst Du durch diese Zeiten?

Hast Du eigene Strategien der Selbstführung, die Du mit uns teilen möchtest?

Lasst uns gemeinsam wachsen und durch die hohen Wellen schippern.

Solltest Du Unterstützung auf Deinem Weg brauchen: Ich bin da!

Cheers, Janine

Female Leaders Coach für persönliches & berufliches Wachstum für Frauen in
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