Auch als Managerin darfst Du mal wütend sein. Nein – Du MUSST sogar wütend sein!

Warum fordere ich Dich auf, wütend zu sein?

Ganz einfach: Weil Wut eine ganz normale Emotion ist, die wir viel zu selten ausleben und zeigen. Dabei ist sie nur menschlich und weist uns den richtigen Weg. Sie zeigt, dass wir gerade etwas ungerecht finden, uns schlecht oder unfair behandelt fühlen und das irgendetwas unser Wertegerüst erschüttert.

Frauen dürfen nicht wütend sein

Ich habe kürzlich einen ganz wunderbar erfrischenden Artikel in der Dezemberausgabe des emotion-Magazins gelesen, der mich veranlasst hat, diesen Beitrag hier zu schreiben. Darin ging es um genau dieses Thema: Wut und wie wir Frauen damit umgehen.

Es ist wie immer dieses “Mädchen-Jungs-Ding”: Mädchen werden zum Bravsein und Gehorsam erzogen (was sich zum Glück gerade ein Stück weit ändert), Jungen dürfen und sollen auf den Tisch hauen, sich durchsetzen.

Erinnerst Du Dich an John McEnroe, den Tennisspieler? Meine Herren, was hat der die Tennisschläger übers Feld geschleudert und rumgebrüllt! Das Publikum hat ihn dafür geliebt. Jahre später hat die sehr geschätzte Serena Williams, ebenfalls Tennisspielerin, einmal ihren Schläger auf den Boden gedonnert und hat dafür eine saftige Strafe kassiert.

Oder der derzeitige Brüllaffe, der die USA regiert: hoch roten Kopfes schreit er durch die Welt und verschafft sich Luft, ohne Pardon. Der darf das und kommt damit auch noch durch. Hillary Clinton durfte das zu Zeiten ihres Wahlkampfs nicht.

Und so ist es auch auf den Führungsetagen: Der, der am meisten brüllt – und das sind leider die Männer – werden am meisten respektiert. Wobei – ob das Respekt ist… Darüber lässt sich streiten. Vermutlich ist es eher Angst.

Das können wir Frauen sicher besser und empathischer und sollten deshalb nicht mehr alles schlucken! Doch das tun wir – runterschlucken, was uns jedoch etwas ganz Essentielles nimmt:

Wir selbst zu sein!

Denn wenn wir etwas unterdrücken, verlieren wir uns und beugen uns den Erwartungen anderer Menschen. Daher frage ich Dich:

Bist Du auf der Welt, um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen?

Powertalking-e1544944201560 Sie steht Dir gut, die Wut!

Zeig Deine Wut

Ich nicht! Lange habe ich dies auch versucht: Mich zu beugen, gemocht zu werden. Habe mich abgerackert, dass ich respektiert und ernst genommen werde. Ich habe mich als junge Frau immer wieder darum bemüht, mehr als die beste Leistung abzuliefern.

Natürlich tun das junge Frauen. Dies gehört zur beruflichen Sozialisation dazu – gar keine Frage. Schon deshalb, um eigene Grenzen zu erfahren und herauszufinden, was sie auf gar keinen Fall wollen und wie weit sie gehen dürfen, um sich selbst treu zu bleiben.

Doch dieser Zeitraum sollte nicht zu ausgedehnt werden.

Mach den Mund auf und Du wirst mehr gesehen, als je zuvor!

Auch wenn sich das vielleicht seltsam für Dich anhört – wütend zu sein, verschafft Dir ganz wesentliche Vorteile als Managerin:

  • Du wirst mehr gesehen und wahrgenommen
  • Du wirst respektiert
  • Du zeigst Menschlichkeit und Emotionen
  • Du zeigst Interesse und Engagement für Deine Mitarbeitenden und die Themen

Doch obacht! So einfach, wie ich es hier verkürzt darstelle, ist es nicht. Es erfordert Fingerspitzengefühl und eine brillante Art der Kommunikation.

Das WIE ist entscheidend

Du darfst wütend sein, Dich aufregen und Missstände aufzeigen. Doch Du darfst niemals unfair werden! Niemals andere Menschen verurteilen – vor allem nicht als Führungskraft und schon gar nicht vor anderen Menschen. Du darfst nicht wie ein wild gewordener Löwe mit Fäkalwörtern um Dich schlagen und Du solltest immer auch die Courage haben, Dich nach einem Ausraster (je nach Heftigkeit) zu entschuldigen.

Es kommt also wie immer auf die Art und Weise, auf die Kommunikation an, WIE Du Dir Luft machst und die Wut herauslässt.

Es ist also doch nicht sooo einfach. Dennoch: Lass Deinen Emotionen freien Lauf! Das macht Dich zu einer angesehenen, nahbaren und vor allem authentischen Managerin, zum Vorbild.

Denn nichts ist schlimmer, als sich selbst zu verlieren und sich den Erwartungen anderer Menschen zu beugen.

 

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